
London (Tanja & Frank)
London ist eine faszinierende Stadt. Nicht umsonst hat mich die Stadt so in ihren Bann gezogen.
Einleitung
Daher wollte ich nach mehreren Besuchen meine Erfahrungen mit anderen Interessierten im Internet teilen. Zum letzten Mal waren wir im Sommer 2000 in London und auch die meisten Informationen haben den Stand 2000. Einiges hiervon ist sicherlich etwas "angestaubt", anderes bleibt aber weiterehin aktuell, solange die Stadt nicht zusammengefallen ist.
Das Internet eröffnet hier zwischenzeitlich viel größere Informations-Möglichkeiten als noch 1999, als die Grundlagen für diese Seite gelegt wurden. Daher habe ich veraltete Themen bereinigt und verweise für weitere Informationen auf meine eigene Informationsquelle: Das Internet.
Nun wünsche ich aber viel Spaß mit unseren Reisetipps.
Das Wetter
In London gibt es kein wirklich schlechtes Wetter. Es kann zwar jeden Tag vorkommen, daß mal kürzere Schauer über die Stadt ziehen, aber diese Zeit kann man dann nutzen, um sich in diversen Museen, Kirchen oder Kaufhäusern umzusehen. Ganze Regentage sind äußerst selten. Durch die weiträumige Bebauung hat London sein eigenes Klima, das selbst Anfang November noch ausreichend warme Tage hervorbringt. London ist somit das ganze Jahr sehenswert.
Reisezeiten
Es gibt jedoch auch einige Zeiten, die für einen London-Aufenthalt weniger günstig sind. Allgemein sind die Feiertage (Bank Holidays) in London ähnlich wie die in deutschen Großstädten: Die Sehenswürdigkeiten sind außer an Weihnachten fast alle geöffnet, der Einkaufsbummel fällt jedoch leider flach. (Neujahr, Karfreitag, Ostersonn- und montag, erster und letzter Montag im Mai, letzter Montag im August, Heilig Abend und die beiden Weihnachtsfeiertage). Ende Oktober/Anfang November werden besonders die alten Londoner etwas melancholisch, je näher es auf den Volkstrauertag hingeht. Da muß man sich abends im Pub als Deutscher schon mal auf die eine oder andere Diskussion über den 2. Weltkrieg einstellen, wenn diese auch nicht wirklich feindlich oder böse gemeint ist.
Essen und Trinken
Die Speisekarten mit den Preisen sind meistens im Fenster zu sehen. “VAT” ist die englische Mehrwertsteuer und ist meistens in den Preisen enthalten (“VAT included”), aber nicht immer.
Deutsche Küche ist selten in London und auch die Bratwürste der Buden an der Straße sehen für Deutsche oft etwas “leuchtend” aus. Man sollte sich also auf die Spezialitäten anderer Länder stürzen. “Typisch Englisch” gibt es in London in der Regel in Pubs oder “Cafes”. Die Gerichte sind meist Tagesessen und stehen auf einer Tafel am Eingang oder an der Bar. Wer jedoch lieber Dinge ißt, die er auch aus Deutschland kennt, sollte die recht günstigen italienischen, chinesischen oder indischen Restaurants besuchen. Spaghetti und Pizza, Pekingente oder “Fleisch mit würziger Sauce und Reis” (=indisches Curry) halten einen einige Tag auch ohne Fast Food gut beieinander. Zum Thema “Inder” fällt mir ein, daß ich von einem Freund, der auf die Frage “Do you like it hot ?” mit “Yes, I like it very hot” geantwortet hat, gefragt wurde, ob man das Essen hier sonst kalt ißt. “Hot” bedeutet in diesem Zusammenhang “scharf”!!! Gerade über die Mittagszeit und am Nachmittag bieten viele Innenstadt-Lokale günstige Menüs an, die man nutzen sollte.
Goldene Regel: Bier trinkt man in Pubs. Man bekommt es in der Zwischenzeit zwar auch im Restaurant, der Genuß leidet dabei jedoch sehr. Bier vom Faß bekommt man eben nur im Pub.
Im Restaurant: Stellen Sie sich bitte in der Schlange an und lassen Sie sich an den Platz führen. Sonst bekommen Sie mit Sicherheit nichts zu Essen. Wenn Sie das Gefühl haben, man will sie nach dem Essen schnell loswerden - liegen Sie richtig. Die hohen Mieten drängen die Restaurants zur schnellen “Abfertigung”. Trinken Sie ihr Bier danach gemütlich im Pub! Statten Sie sich vorher ausreichend mit Kleingeld aus, um passend bezahlen zu können, da es nicht immer sicher ist, ob Sie ihr Rückgeld bekommen - oder ob es als spendables Trinkgeld vereinnahmt wird. Trinkgeld hinterläßt man beim Gehen auf dem kleinen Teller, auf dem man auch die Rechnung bekommt. Dies sollte 10-15% betragen, da es zwar oft heißt “Service included”, die Bedienung aber auf das Trinkgeld angewiesen ist. Bezahlt wird immer für die ganze Gruppe/den ganzen Tisch. Bitte versuchen Sie nicht, getrennt zu bezahlen, sondern machen Sie das untereinander aus.
Im Pub: Man holt sich sein Bier an der Theke selbst und bezahlt gleich, aber ebenfalls nicht einzeln. Wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, sollte einfache jeder mal eine Runde bezahlen. Bei Gruppen über 10 Personen sollte man dies jedoch auf mehrere Tage verteilen! (Erfahrungswert). Man gibt bei der Bestellung übrigens auch an, ob man ein “Half Pint of Beer, Ale, Lager...” (ca. 0,25 l) oder ein “Pint” (ca. 0,5 l) haben möchte.
Die Sperrstunde: Früher war um 23 Uhr Feierabend, aber das gibt es heute so nicht mehr. Offiziell dürfen Pubs und Restaurants heute länger öffnen, jedoch weiß ich nicht, ob das in der Praxis auch ungesetzt wird. Das Trinkverhalten der Briten sah bisher so aus, dass sie bis um 23:00 Uhr "Ihren Pegel" erreicht hatten. Jedenfalls in der Anfangszeit bekam ich zu Ohren, dass die verlängerten Öffnungszeiten daher nicht ganz so angenommen wurden, da in zahlreiche Briten einfach nicht mehr reinpasste... Aber es gab auch früher schon Pubs und dann eben die Clubs, die länger geöffnet hatten.
Magische Worte - “Be gentle”
Die wichtigsten Worte, die man eigentlich auch schon vom Deutschen her kennen sollte sind “please” (bitte), “thank you”/”thanks” (danke), “sorry” (Entschuldigung, daß ... passiert ist) und “excuse me” (Entschuldigen Sie bitte...). Diese Differenzierung zwischen “Entschuldigung”, nachdem man etwas getan hat und “Entschuldigung” um jemanden anzusprechen ist anfangs gewöhnungsbedürftig, prägt sich aber schnell ein, da Sie es überall hören werden.
Genauso verhält es sich in anderen Dingen: “Was tun zwei Engländer, die sich auf der Straße treffen? - Sie bilden eine Schlange!” Überall sagen einem Schilder “Q here”, was soviel heißt wie “Queue here”, also “stellen Sie sich hier an”. Man drängelt sich nicht vor und in Banken und Postämtern bleibt man, wie es in Deutschland verzweifelt versucht wird, an der Wartelinie stehen bis man an den freien Schalter vor kann.
Auch sind es die Engländer - außer vielleicht in der U-Bahn - gewohnt, einen gewissen Freiraum um sich herum zu behalten. Also bitte einen etwas größeren Bogen um andere Passanten machen und nicht anrempeln. Bei "excuse me" machen die meisten Leute dann gerne Platz.
Budget (updated)
Die Anreise ist heute in Zeiten von Billig-Airlines und Supermarkt-Flugtickets wohl noch der kleinste Kostenfaktor. Hier gibt es dann meist auch günstige Paket-Angebote für Flug und Unterkunft. Das Internet bietet hier zahlreiche Angebote und die Präsenz der Reiseunternehmen und Anbieter selbst reduziert die Gefahr von "schwarzen Schafen".
London selbst ist in der Zwischenzeit ein sehr teures Pflaster. Was man bei uns so in Euro gewohnt ist, legt man dort zwischenzeitlich in Pfund hin. Sehenswürdigkeiten belasten das Budget sehr stark !
Madame Tussaud's ist hier wohl der Ober-Hammer: Pro Erwachsener bezahlt man 24 GBP, Kinder 20 GBP und das Familienticket gibt es für günstige 75 Pfund! Anscheinend werden Figuren neuerdings aus Gold gegossen und nicht mehr aus Wachs?!
Allgemein sind gerade die privat/kommerziell geführten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen extrem teuer geworden. Schauen Sie am Besten mal im Internet unter den Stichwörtern "Admission + Name der Sehenswürdigkeit" und stellen Sie sich eine Liste der Besichtigungen nach Priorität zusammen, damit das Urlaubsbudget nicht ganz aus den Fugen gerät.
Eine Wren-Kirche gibt es nicht unter 5 GBP/Person zu besichtigen, wenn sie etwas größer ist, darf es auch ein bißchen mehr sein. (ca. 10 GBP/Pers). Der Tower kann für 12 GBP besichtigt werden.
Man sollte also Zeit mitbringen, um das investierte Geld dann auch in Form einer ausgiebigen Besichtigung zu nutzen, denn meist lohnt sich der Eintritt auch - wenn man Zeit hat und wenn man sich wirklich dafür interessiert.
Anreise
Die Preise habe ich eben unter “Budget” schon erwähnt.
Der Transfer in London vom Flughafen zur Unterkunft sollte allerdings auch gleich mitorganisiert werden. Wenn Sie nur mit Handgepäck reisen, können Sie sehr gut die U-Bahn nutzen. Wenn Sie schwerer bepackt sind, hilft am besten/günstigsten der Vermieter mit der Vorbestellung eines Fahrdienstes, die es in London wie Sand am Meer gibt. Mit denen wird vorher ein meist recht günstiger Festpreis vereinbart. Kann Ihnen der Vermieter nicht weiter helfen, dann über nimmt die meist auch die B&B-Vermittlungsagentur. Die teuerste Variante ist das Taxi am Flughafen.
Unterkunft
Ein leidiges Thema in London, denn es gibt zwar viele Bed & Breakfast (B&B)-Unterkünfte, aber die Stadt wird in der Hauptsaison auch regelrecht belagert. Im Internet finden sich zwar einige günstige Vermittlungsagenturen, zu deren Seriosität kann ich allerdings nichts sagen. Am besten ist es immer noch, über die BTA nach einem Zimmer zu suchen. Die U-Bahn-Nähe ist nicht zwingend und die Angebote verbilligen sich deutlich, wenn man etwas weiter vom Zentrum weg ist. Die Busverbindung zu den Endstationen ist im allgemeinen so gut, daß selbst weit außerhalb alle 5-10 Minuten ein Bus fährt. Dann kann man eben zwischendurch nicht aufs Zimmer. Das gesparte Geld, kann man dann aber in der City ausgeben.
Man sollte sich allerdings nicht wundern: Gerade in den Vororten vermieten viele Leute ihr halbes Haus, die letzten Zimmer an Touristen und leben dann selbst recht eingeschränkt, um die Miete zu verdienen. Dafür ist es sehr persönlich, das Frühstück reichlich und individuell. (ohne Garantie, aber das waren meine Erfahrungen!-die sich auch beim letzten Besuch im Sommer 2000 wieder bewahrheitet hat).
Die Hotels in Innenstadt-Nähe sind dagegen für Kurzurlaube optimal, da möglichst wenig Zeit in der U-Bahn verschwendet wird. Allerdings sollte man seine Ansprüche hier etwas herunter schrauben. Dusche/WC auf dem Zimmer sollte ausdrücklich erwähnt sein, damit es vorausgesetzt werden kann (insbesondere in Altbauten). Das Frühstück besteht oft aus zwei halben Toast-Scheiben pro person und einer kleinen Tasse Kaffee ODER einem Glas Saft. Tee ist zwischenzeitlich selbst in London nicht mehr selbstverständlich.
Ein Tip, der aus dem BTA-Prospekt stammt und mit dem wir letztes mal sehr positive Erfahrungen gemacht haben ist die B&B-Vermittlung “Welcome Homes”. Man wählt eine bis drei bevorzugte Unterkünfte aus und bekommt ein individuelles Angebot. Das beantwortet man und bekommt die Buchung per E-Mail/Fax zurück, Anzahlung machen, klappt. Die Buchungsgebühr hielt sich gerade für unseren längeren Aufenthalt im Rahmen.
Musicals
Die Preise haben horrend angezogen! Bitte suchen Sie im Internet nach dem gewünschten Musical. Heutzutage sind natürlich auch Online-Buchungen möglich und damit deutlich einfacher als früher. "Mamma Mia" liegt je nach Vorstellung und Kategorie bei 28-56 GBP. Die Abendvorstellung ist meist teurer. Wer kurzfristig Karten benötigt, kann abends an der Kasse oft noch Rückläuferkarten bekommen.
Man sollte aber auf die Karten im oberen Ring ("Circle") und in den hintersten Reihen verzichten. (evtl. noch beste Kategorie im Circle). Für das was man dort bekommt sind die Karten zu teuer, da man von ganz hinten und ganz oben nur ein TV-Feeling hat.
Infos
Britisch Tourist Authority (BTA) Westendstr. 16-22, 60325 Frankfurt/M., 069/97112 oder im Internet www.visitbritain.de
London im Internet: www.londontown.com
Sehenswürdigkeiten - die Pflicht
Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Die Sehenswürdigkeiten sind so zahlreich und jeder setzt, je nach Interesse und Zeitlimit, die Prioritäten anders. Eine empehlenswerte Methode ist, sich zuerst mal in einen “Touristenbus” zu setzten und sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Schnelldurchlauf zeigen zu lassen. Danach kann man dann nach eigenem Ermessen planen und hat trotzdem für die Reiseerzählungen und fürs Fotoalbum das Wichtigste schon mal gesehen.
Empfehlenswert ist auch ein ausgiebiger Spaziergang entlang der Themse. Ein guter Ausgangspunkt ist der Tower, dann über die Tower Bridge auf die andere Seite und dann an der HMS Belfast vorbei. Hier entlang finden sich viele sehenswerte Dinge. Zum Beispiel die Hay´s Galleria, eine offenes Einkaufspassage mit Glaskuppel, unzählige Museen (The Clink, London Dungeon, Imperial War Museum), Pubs mit großer Geschichte (The Anchor), finden sich hier entlang der Themse bzw. ein oder zwei Straßen dahinter. Wenn Sie einen Abstecher über die London Bridge machen, können Sie vom Monument aus die Stadt überblicken. Auch Shakespeare´s Globe Theatre und das Rose-Museum sind hier im ältesten Teil Londons zu finden. Nach dem National Theatre, der Royal Festival Hall, kommt man zur County Hall, von wo aus man einen phantastischen Blick auf die Houses of Parliament und den Glockenturm mit Big Ben hat. Dahinter befindet sich die Westminster Abbey . Von hier aus kommt man entlang des St. James´ Park auf den Buckingham Palast zu. Nimmt man nun die Straße entlang der anderen Seite des Parks (die Hauptstraße vom Palast weg, in Verlängerung zum Eingangstor) kommt man auf das alte Stadttor am Trafalgar Square zu. Entlang des “Strand” findet man die Theater und Musicals. Dahinter befindet sich Covent Garden. Eine riesige Galerie mit kleinen Geschäften und einem Straßenmarkt, mit Theateraufführungen, Jongleuren, Pantomiemen. Geht man nun in Richtung Leicester Square, kommt man zum berühmten Piccadilly Circus. Hier beginnt die Shopping-Meile mit Regent Street, New Bond Street und Oxford Street. Verpassen Sie es nicht, auch mal in die kleinen Gassen hinein zu schauen, die seitlich von der Oxford Street abgehen. Teilweise finden sich dort schnuckelige Cafes, Ateliers, etc.
Der Hyde Park (am Ende der Oxford Street) bietet nachmittags eine gute Erhölungsstätte, wo sie sich auch näher mit der englischen Kultur beschäftigen können, z.B. Rugby- und Crickett-Spielen zusehen, oder einfach nur die Londoner beobachten. Ein guter Ort, um die Seele etwas baumeln zu lassen. Man sollte allerdings auch einen Rundgang um den See machen, und wer auf der Suche nach seiner Kindheit ist, kann sie an der Peter Pan Statue vielleicht wiederfinden.
Wenn Sie diese Strecke hinter sich haben, haben Sie die wichtigsten Wahrzeichen Londons gesehen - und brauchen drei Tage, bis die Blasen abgeschwollen sind. Ich habe es zwar noch nicht versucht, das alles an einem Tag anzusehen, einen Versuch wäre es jedoch wert. Was sich so leider nicht ganz einbinden ließ, ist z.B. St. Paul´s Cathedral, die “Sacre Coeur von London”. Zwar steht sie nicht auf einem Hügel, fällt dafür etwas monumentaler aus. Vom Turm oberhalb der Kuppel hat man einen phantastischen Rundumblick über London.
Eine Fahrt mit der Dockland Light Railway zur Butler´s Wharf, dem neu entstandenen Business-Center in den Docklands, ist Pflicht. Hier findet man die unterschiedlichsten Baustile der Monumentalarchitektur auf ein paar Tausend Quadratmetern zusammengestellt. Wem die modern ausgebauten, ehemaligen Lagerhäuser, sowie die Stahl-, Stein- und Glas-Hochhäuser gefallen, sollte einen Rundgang wagen und ggf. auch einen Besuch im Docklands Visitor Center machen. Von der Station Island Gardens aus gibt es einen alten Tunnel nach Greenwich. Schnuckelige Einkaufsstraßen, das Segelschiff Cutty Sark und das königliche Observatorium mit dem Null-Meridian sind dort zu finden. Zurück in die Stadt kommt man mit dem Boot.
Die Themse-Bootsfahrt bietet sich allgemein an, um London aus einer besonderen Perspektive kennen zu lernen. Viele historische Gebäude sind wie an einer Hauptstraße an der Themse entlang errichtet worden. Man hat die Wahl zwischen dem Kurz-Programm vom Westminster-Pier bis kurz hinter die Tower Bridge, oder man nimmt die Fahrt bis Greenwich oder gar zur Thames-Barrier, den Fluttoren, die London vor Hochwasser schützen. Dabei kommt man an vielen ehemaligen Industrie- und Hafengebieten vorbei, die nach und nach in exklusive und architektonisch interessante bis merkwürdige Wohngegenden umgewandelt werden.
Museen gibt es in London für jedes Interesse. Allerdings sind sie sehr zeitaufwendig und sollten hauptsächlich bei längeren Aufenthalten besucht werden, was jedoch nicht heißt, daß man sich mal einen Tag für sein Interessengebiet Zeit nehmen sollte. Bei mir war es das Feuerwehrmuseum über die Londoner Feuerwehrgeschichte.
Sehenswürdigkeiten - die Kür
Wer länger als eine Woche in London ist oder die Hauptattraktionen schon beim letzten Mal abgeklappert hat, sollte sich auch etwas Zeit für die unspektakuläreren Dinge nehmen.
Die zahlreichen Londoner Straßenmärkte laden natürlich zum Bummeln ein. Insbesondere auch für Antiquitäten-Fans. Fr.-So. findet der in Portobello Road ein Antik-Markt statt, Mo.-Sa. der Kensington Market und Do.-So. (Danke Thomas!) der Camden Lock Market. Sonntags ist dann noch der Straßenmarkt in der ehemaligen Petticoat Lane. Antikes findet man hier weniger, dafür viele Lederwaren, Krimskrams....
Ein Besuch im London Zoo ist zum Beispiel eine Möglichkeit, gerade mit Kindern einen sonnigen Tag zu verbringen. Dabei kann man auch gleich einen Spaziergang durch den Regents Park machen, der wie die meisten Londoner Parks, sehr schön angelegt ist. Insbesondere finden sich hier viele Wasservögel. Ein weiterer Park, den man unbedingt sehen sollte sind Kew Gardens, die botanischen Gärten mit alten Gewächshäusern aus Eisen und Glas, in denen eben so alte Pflanzen aus aller Welt zu finden sind. Gehört eigentlich schon zum Pflichtprogramm. Allgemein bietet London viele Parks, die alle sehr schön angelegt sind. Wir habe beim letzten Besuch fast jeden Abend genutzt, um den Übergang vom Mittags- zum Abendprogramm gemütlich in einem Park zu vollziehen, z.B. auch im Battersea Park.
Etwas außerhalb per Zug erreicht man die übrig gebliebenen Anlagen des abgebrannten Crystal Palace. Neben schönen Anlagen gibt es einen kleinen Park mit Miniaturbahn und Saurier-Atrappen. Wer weiter hinaus will, kann sich Windsor anschauen. Neben dem königlichen Wohnsitz gibt es seit 1996 auch ein Legoland (Leider habe ich keinen Vergleich zum dänischen Legoland). Außerdem befindet sich hier die Edel-Schule Eton. Ebenfalls außerhalb befindet sich die Schloßanlage Hampton Court mit Führungen und, wie könnte es anders sein, mit einem großen Park. Das Schloß war übrigens schon oft Drehort für Filme und Serien (James Bond, Hart aber Herzlich, ...)
London bei Nacht ist auch sehr interessant. Besonders im Sommer ist in Soho, also zwischen Oxford Circus, Piccadilly Circus und Tottenham Court Road, viel los. Beleuchtete Brunnen, Skulpturen, Häuser... und jetzt auch noch das Riesenrad an der Themse. Wie das aussieht? Hier haben wir ein paar Beispiel-Bilder.
Reise- und Kulturführer
Bei mir stapelt sich zwischenzeitlich eine stattliche Anzahl an Reiseführern, die ich auch noch kurz erwähnen möchte:
“Vis a vis, London” ein Dorling Kindersley Buch, RV Reise- und Verkehrsverlag im Falk Verlag, München (ISBN 3-92804-418-4). 2. Auflage 2006. Sehr ausfühlich werden alle Stadtviertel mit allen Sehenswürdigkeiten beschrieben. Auch der Info-Teil ist sehr ausfühlich. Selbst die Bedienung der Telefone und das Tarifsystem der Post werden sehr ausführlich behandelt. Einziger Wermutstropfen: recht klein gedruckt, dafür aber Infos, Infos, Infos. (20,-- EUR aber jeden Cent wert)
“London und Umgebung” von Werner Halmert, Rump Verlags-GmbH, Bielefeld (ISBN 3-83171-344-8) liegt mir nur in der 91er-Ausgabe vor, hat mir aber schon bei meinen ersten Reisen treue Dienste geleistet. Die 8. Auflage wurde 2006 erneuert. 30 Seiten Kultur und Geschichte, 40 Seiten Tips und Tricks, die einen auf London vorbereiten sowie 200 Seiten Sightseeing-Tips nach Stadtvierteln sortiert. (analog nächstes). Etwas teurer, aber auch sehr gut als “leichte und amüsante Literatur” im Vorfeld der Reise zu lesen. (ca. 10,-- EUR)
“London Travelbook-Version 2000/2001” Gräfe und Unzer Verlag, München (ISBN 3-7742-1847-1) Ein Neuzugang in meiner Sammlung. Leider sind einige Informationen trotz Jahr 2000 auf dem Stand von 1995, was ich recht traurig finde. Insgesamt aber gut gemacht. Die Kapitel sind nach Stadtteilen sortiert, in jedem Kapitel findet sich ein Rundgang-Vorschlag, sowie Adressen, Öffnungszeiten, Erläuterungen zu Sehenswürdigkeiten, Museen, Restaurants etc. in diesem Stadtteil. Der Allgemeine Informationsteil ist leider etwas arg knapp und für die Reisevorbereitung zu spärlich. (ca. 5,-- EUR)
“Reiseführer London” der British Tourist Authority. Am besten über die BTA in Frankfurt zu beziehen. Er ist vergleichbar zum Reiseführer von Dumont aufgebaut, eben nicht bebildert, nur als Papierheft und nicht-kommerziell aufgebaut. Also auch ohne Restaurant- und Shopping-Tips, dafür bei den Sehenswürdigkeiten nahezu vollständig!!! Da sind Museen enthalten, die ich sonst in keinem Führer gefunden habe, da sie eben nicht kommerziell genug sind.
“Knaurs Stadtführer London” Droemer Knaur Verlag (ISBN 3-426-26527-3) ist, wie es der englische Titel eigentlich sagt, eine 3-D-Straßenkarte von London. Hier finden Sie keine Rundgänge oder großartige Reisetips. Wenn Sie aber wissen wollen, vor was für einem Gebäude Sie gerade stehen und was sich hinter einer antiken Fassade verbirgt, gibt der Stadtführer bereitwillig und ausführlich Auskunft. Ein interessantes Add-On für diejenigen die mehr über einzelne Straßenzüge wissen wollen. (5,-- bis 15,-- EUR)
“Knaurs Kulturführer in Farbe” von Marianne Mehling (ISBN 3-8289-0687-7) ist ebenfalls ein besseres Nachschlagewerk als ein Reiseführer. Wenn Sie erst da sind, wo Sie hin wollen, erzählt Ihnen das Buch, wer sich wann an diesem Denkmal mit wem getroffen hat und was hinter den Türen eines bestimmten Museums im 18. Jahrhundert so abging. Wer viel Zeit hat und Museen, Denkmäler, Kirchen nicht nur anschauen will, sondern mehr über deren Geschichte erfahren möchte, ist sehr gut bedient. (ca. 10,-- EUR)